Pressepräsentation Jaguar XKR-S

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Ein Gentleman fürs Schnelle
Das Geräusch wird uns fehlen, wenn in zwei oder drei Jahrzehnten der Elektromotor den Vortrieb der meisten Automobile übernommen haben wird: das Fauchen der Katze beim kräftigen Beschleunigen; das Brüllen der acht Zylinder, die lauthals verkünden wollen, dass Sie und ihr Besitzer Spaß daran haben, 550 Pferde zu mobilisieren. Schnurren kann die Katze aber auch. Dann streicht sie elegant um die Häuser, wie Katzen so sind – als könnten sie nur gut aussehen und kein Wässerchen trüben.
Mit dem Jaguar XKR-S könne man beides: in aller Ruhe die Fahrt zur Rennstrecke genießen und mit demselben Auto dort um den Sieg fahren. Es sei eben ein Auto für „Gentleman-Driver“, schwärmte einer der verantwortlichen Jaguar-Techniker bei der Vorstellung des neuen Sportcoupés in Portugal. Gentlemen – so lernten wir aus Literatur und Film – sind auch nur Menschen. Die wollen zeigen, was sie haben, allerdings ohne gleich in den Verdacht zu geraten, angeben zu wollen; die wollen zeigen, was sie können, ohne gleich auf den angemessenen Luxus verzichten zu müssen

Dazu passt der Jaguar XKR-S. Er reiht sich ein bei den berühmtem Jaguar-Coupés und Stilikonen XK 120 und E-Type, ohne sich gleich mit seinen Kollegen aus der aktuellen XKR-Baureihe gemein machen zu wollen. Deren vergrößerter Kühlergrill mit großen senkrechten Lufteinlässen außen und die Motorhaube mit zusätzlichen Lufteinlässen, die neuen und schlanken Scheinwerfer mit LED-Tagfahr- und Abblendlicht, der neue Stoßfänger, die tiefer gezogenen Heckschürze mit den vier Auspuffendrohren – das alles reicht noch nicht. Der XKR-S kommt noch bulliger daher, inklusiv exklusiver 20-Zoll-Räder.

Das klingt spektakulärer als es wirkt. Das Design sagt: Ich bin stark und sportlich, stilsicher und so unaufdringlich, wie es mir als zweisitzigem Sportcoupé nur möglich ist, ohne verkannt zu werden. Und ich bin bescheiden, was man schon daran erkennen kann, dass meine Höchstgeschwindigkeit elektronisch beschränkt wird – auf 300 km/h.

Im Innenraum ist Bescheidenheit weniger angesagt, hier ist man ja unter sich. Sogar der Himmel wurde mit Leder ausgeschlagen, die Armaturentafel selbstverständlich mit Leder bespannt und die Sitze sowieso. Die sind zehnfach elektrisch verstellbar und lassen sich heizen. Eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Navi und Bordcomputer, diverse Schnittstellen für Unterhaltungselektronik, Parksensoren vorn wie hinten und eine Rückfahrkamera sorgen für ein zeitgemäßes Fahrerumfeld.

Spartanisch oder gar sportiv puristisch ist das jedenfalls nicht, etwas für Gentlemen eben. Doch in jedem Gentleman steckt auch ein Kämpfer – früher auf dem Feld der Ehre, heute eben auf Rennstrecken. Wie er dafür gewappnet ist, zeigt ein Blick unter die Haube: Dort arbeitet ein Achtzylinder mit genau fünf Litern Hubraum, der im XKR-S 405 kW / 550 PS zwischen 6000 und 6500 Umdrehungen pro Minute (U/min) leistet und – nach Art der aufgeladenen Motoren – sein maximales Drehmoment von 680 Newtonmetern in dem breiten Drehzahlband zwischen 2500 und 5500 U/min abgibt. Das ist der stärkste Motor, den Jaguar je für ein Serienfahrzeug gebaut hat.

Der leer nur 1753 Kilogramm schwere XKR-S beschleunigt in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wie schnell er tatsächlich fahren könnte, wollten uns die Jaguar-Techniker nicht verraten. Irgendein Gentleman wird das in nächster Zeit herausfinden. Im Übrigen zählt bei Sportcoupés wie diesem Jaguar heutzutage nicht mehr nur die Höchstgeschwindigkeit zu den Kriterien, über die Quartettspieler diskutieren, auch der Verbrauch. Der XKR-S wird mit einem Durchschnittsverbrauch von 12,3 Litern angegeben, was einer Kohlendioxidemission von 292 Gramm pro Kilometer entspricht.

Für den XKR-S wurde die Doppelquerlenkerachse vorn für mehr Präzision beim Einlenken und einen besseren Fahrbahnkontakt überarbeitet; die Federraten wurden vorn und hinten erhöht. Außerdem verfügt auch die S-Version des XKR über eine aktive Differenzialsperre, die das Moment tatsächlich dahin leitet, wo es benötigt wird und den Wagen nicht über einen Bremseingriff einlenkt. Die ZF-Sechs-Gang-Automatik lässt sich auch vom Lederlenkrad aus mit Paddeln steuern. Sie arbeitet schnell und lernt auch die sportliche Gangart.

Wer sich über die geringe Zahl der Gänge wundert, der sei an das hohe Drehmoment und dessen Verlauf erinnert. Jedenfalls fehlt es in keiner Situation auf den engen Bergstraßen nördlich der portugiesischen Stadt Faro an Leistung. Die Spontanität und Präzision von Lenkung und Schaltung ist fast so beeindruckend wie die Straßenlage. Der XKR-S geht topfeben durch die Kurven und bleibt trotz seiner sportlichen Gene im Federungsverhalten erstaunlich kultiviert – „gentelmanlike“ eben, auch unter Wettbewerbsstress.

Wenn dann auf der Strecke alles gut gelaufen ist, darf der Gentleman sich selbst belohnen mit der zweiten Sportart, die zu ihm passt. In den 330 Liter großen Kofferraum unter der großen Heckklappe passen zwei Golfbags. (ampnet/Sm)

Daten XKR-S 5,0 l V8 S/C

Länge x Breite x Höhe (m): 4,80 x 1,89 x 1,31
Motor: Achtzylinder-V- Benziner, 5000 ccm, Twinpower-Turbo, Direkteinspritzung, Kompressoraufladung
Leistung: 405 kW / 550 PS zwischen 6000 und 6500 U/min
Max. Drehmoment: 680 Nm zwischen 2500 und 5500 U/min
Leergewicht/Zuladung: 1753 kg / 390 kg
Verbrauch (nach EU-Norm): 12,3 Liter
CO2-Emissionen: 292 g/km, Euro5
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h (abgeregelt)
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 4,4Sek.
Laderaumvolumen: 330 Liter
Reifen: vorn 255/35 ZR 29, hinten 295/30 ZR 20
Basispreis: 129 900 Euro

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