Fahrbericht Toyota Urban Cruiser: Muttis Kleiner Kreuzer

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In den USA fällt es auf: In den starken und großen SUV sitzt das schwache Geschlecht am Steuer, am liebsten im Hummer. Schiere Größe, hohe Bordkanten und kleine Fenster vermittelt eben das Gefühl von Sicherheit.

Ecken und Kanten wie bei militärischen Fahrzeugen unterstützen das noch. Geschickt ist, wer diese Regeln auf Karosserien übertragen kann, die Damen ansprechen sollen. So etwa mögen die Designer des Toyota Urban Cruiser gedacht haben. Er wirkt wie ein Kleiner Kreuzer im städtischen Verkehrsstrom.

Mag sein, die Parallele zum Mititärischen löst bei Urban Cruiser-Besitzern Verwunderung aus. Aber dieser Toyota hat etwas martialisch-kantiges, was früher den amerikanischen und später auch den japanischen Geländewagen eigen war. Die hohe Sitzposition für den guten Überblick und die schulterhohen Seitenwände als scheinbarer Schutz gegen die Außenwelt bietet Toyotas Urban Cruizer in jedem Fall. Dazu noch viel Innenraum mit großem Abstand zum Dach, hohe Variabilität und Platz für vier bis fünf Personen – genug für den Großeinkauf mit Familie, den Nachwuchs-Transport zum Sport oder den Ausflug ins Grüne. Unproblematisch fahren lässt sich der Fünftürer auch noch.

Autodesigner behaupten zu Recht, jedes Fahrzeug sage auch etwas über seinen Benutzer aus. Beim Urban Cruiser geht es allerdings nicht so sehr um die Außerdarstellung. Hier wirkt das Äußere nach innen auf den Fahrer und bedient dessen Sicherheitsbedürfnis auf dem Raum eines Kompakt-Vans.

Meine Frau jedenfalls liebte den Urban Cruiser. Sie hat zu jedem Auto auf dem Hof eine Meinung, darunter viele positive, aber eben auch ablehnende. Im Cruiser fand sie alles so schön übersichtlich und gut zu erreichen. Nichts war ihr fremd. Sie genoss den guten Überblick und die mit einem Wendekreis von fast zwölf Metern gerade noch für Innenstädte ausgelegte Wendigkeit, hatte kein Problem mit der Bedienung, auch nicht mit der Sechs-Gang-Schaltung, Motor und Komfortverhalten. Selbst ihr Ehemann hatte kein Problem mit ihr auf dem Fahrersitz. Wenn sie sich wohlfühlt, fühlt er sich auch gut. Wenn es doch immer so leicht wäre, sie zufriedenzustellen.

Auch die eher schlichte Inneneinrichtung konnte sie nicht von ihrer Begeisterung abbringen. Was ich als Hartplastik-Landschaft empfand, sah sie als besonders übersichtlich und nicht als billig, sondern als pflegeleicht. Dass die Zuladung – wie so oft bei den Japanern – mit maximal 375 kg für einen Fünfsitzer viel zu niedrig ausfällt, interessierte sie nicht. Sie freute sich am hohen Innenraum, in dem selbst der Sitzriese von Ehemann auf der Rücksitzbank genug Beinraum und viel Kopfraum vorfand.

Was Design und problemlose Technik so alles schaffen können, ist erstaunlich. Wobei diese Einsicht nicht nur in dieser Fahrzeugklasse gilt. Die Autos ihres Ehemannes hat sie noch nie so gelobt. Die sind ihr immer zu kompliziert, zu stark und zu schnell. Für die Tour in die Stadt würde sie ohne zu zögern den Urban Cruiser vorziehen. Meine Frau ist eben vernünftig und begegnet Autos völlig unemotional. Aber die hohen Schultern, die kleinen Fensterflächen und die markanten Kanten haben ihr doch zugesagt. Bei aller Rationalität dem Auto gegenüber – das Gefühl, hinter hohen „Mauern“ geschützt zu sein, wirkt offenbar auch bei ihr. (ampnet/Sm)

Daten: Toyota Urban Cruiser Life 1.4 D-4D 4×2

Länge x Breite x Höhe (m): 3,93 x 1,73 x 1,53
Motor: Vierzylinder-Diesel, 1364 ccm, Common Rail, Turbolader
Leistung: 66 kW / 90 PS bei 3800 U/min
Max. Drehmoment: 205 Nm zwischen 1800 und 2800 U/min
Leergewicht/Zuladung: 1250 kg / 345 bis 375 kg
Verbrauch (nach EU-Norm): 4,5 Liter
CO2-Emissionen: 118 g/km
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 11,7 Sek.
Kofferraumvolumen: 314 – 749 Liter
Reifen: 195/60 R 16
Wendekreis 11,8 Meter
Max. Anhängelast: 800 kg
Basispreis: 21 600 Euro

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