Ein Rebell schärfer als Paprika

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Bei der Eröffnung des B-Klasse-Werks im ungarischen Kecskemet hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche seinen neuen Mitarbeitern ein zweites Modell für ihre Linien versprochen. Das sei schärfer als Paprika. Jetzt in Peking bekommen die Ungarn und die Chinesen einen Vorgeschmack: das Concept Style Coupé. Mercedes-Benz nennt diese Studie „ein überzeugendes Statement für avantgardistisches Design sportlicher Coupés in der Mittelklasse“. Die Studie soll 2014 zu Preisen ab knapp 30 000 Euro auf den Markt kommen, also erst einmal in der Kompaktklasse. Die Motorisierung wird der der neuen A-Klasse entsprechen.

Design-Chef Gordon Wagener erklärte das Concept Style Coupé für seriennah und als Maßstab für fortschrittliches Design in der Mittelklasse. Daraus darf man schließen, dass sich ein genauerer Blick auf diese Studie lohnt, weil sie die Richtung für die Zukunft darzustellen scheint, nicht nur für ein Coupé der kompakten neuen A-Klasse, sondern wohl auch für die Nachfolge-Generation der heutigen C-Klasse.

Die A-Klasse zeigt ja schon deutlich mehr Gesicht als die zurückhaltendere B-Klasse. Offenbar laufen bei Mercedes-Benz unter dem Dach der Design-Gene der Marke in Zukunft deutlich getrennte Linien, immer ausgerichtet an den jeweiligen Zielgruppen – den jungen Wilden und den eher zurückhaltenderen. Mercedes-Benz nennt die neue Linie jedenfalls „atemberaubend“. Das erwarten sicher nicht alle Käufer von einem Mercedes-Benz.

Die viertürige Studie will nonkonformistisch, provokant und maskulin sein – ebenfalls Worte, die man früher bei der Beschreibung eines Mercedes höchstens als Ironie verstanden hätte. Zu dem bei Mercedes-Benz mittlerweile typischen Wechselspiel von konkaven und konvexen Flächen kommen beim Concept Style Coupé weitere Merkmale wie die ins Frontend eingebettete Motorhaube mit zwei Powerdomes (wie beim 300 SL) und ein Grill, der die Formensprache des Concept A-Class wieder aufnimmt.

Viel Aufmerksamkeit hat das Team um Wagener den Scheinwerfern gewidmet. Sie sollen an die stets wachen Augen eines Raubtiers erinnern. Vielleicht auch deswegen leuchten sie im Stand-by-Modus rot. Die Seitenansicht wird von drei Linien strukturiert, die dem Profil der Seitenwand mehr Tiefe und Dynamik verschaffen sollen. Auf eine B-Säule wurde verzichtet; die Fenster sind rahmenlos. Für Transparenz und Licht sorgt ein großes Panoramadach.

Ob die Räder in der Serie ebenfalls 21 Zoll messen werden, wird man bezweifeln dürfen. Aber den sportlichen Anspruch der Studie unterstreichen die doppelflutige Abgasanlage und ein kleiner Heckdifusor.

Die vier Sitze mit integrierten Kopfstützen stammen aus der Sport-Version der A-Klasse. Bei der Materialwahl und bei der Farbgestaltung hat man offenbar ebenfalls eine jüngere, auf jeden Fall eine zur Begeisterung fähige Zielgruppe im Blick gehabt. Sportlenkrad mit Wildlederbezug und solche Feinheiten wie die Illumination der Lüftungsöffnungen. Wird kalte Frischluft eingeblasen, zeigt die Hinterleuchtung der Lüftungsöffnungen die Farbe Blau, liegt alles im üblichen Temperaurbereich, strahlt es um die Düsen in fluorizierendem Gelb, wird die Luft warm, in Rot.

Natürlich ist auch das Comand-Online-System an Bord. Mercedes-Benz kann so per Cloud über alle Angebote aus dem Internet verfügen, alle Daten des Fahrzeugs aktuell halten und um die mitgebrachte Musik abzuspielen.

Für Vortrieb sorgt in der Studie der neue Benzinmotor mit zwei Litern Hubraum und einer Leistung von 155 kW / 211 PS, gepaart mit dem Allradantrieb und die Sieben-Gang-Automatik. Der Motor ist ein Direkteinspritzer mit Turboaufladung und einem weiterentwickelten Brennverfahren. (ampnet/Sm)

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