Die Tarnkappe des King

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Gegen die Meinungsäußerungen des konservativen amerikanischen Nachrichtensenders Fox News aus New York wirken Kommentare aus dem Bayernkurier wie Zeilen aus einem linksradikalen Kampfblatt.

Wenn es zum Beispiel um den Lieblingsfeind Barack Obama geht, ist die Anstalt um keine Lüge verlegen. Jetzt allerdings verbreitete Moderator Gary Gastelu in seiner Sendung „Fox Car Report“ eine Neuigkeit, die wahr zu sein scheint, zumal sie durch bewegte Bilder belegt wurde. Danach wurde erst jetzt, kurz nach seinem 80. Geburtstag am 8. Januar und 38 Jahre nach seinem Tod, das letzte Auto gefunden, das Elvis Presley, der King of Rock’n Roll gefahren haben soll. Auch seriöse US-Zeitungen bestätigten den Fund. Entdecker des bislang unbekannten Vehikels ist Ray Evernham, einst in den USA ebenso erfolgreich als Rennfahrer wie Rennstallbesitzer in der NASCAR-Serie. In seiner Fernsehsendung „Velocity show AmeriCarna“ wollte er Autos präsentieren, zu denen viele Amerikaner ein sehr emotionales Verhältnis pflegen wie zum Beispiel zum Stutz Blackhawk III aus dem Jahr 1973, an dessen Lenkrad Elvis Presley in der Nacht vom 15. auf den 16. August 1977 höchstpersönlich gesessen haben soll, wenige Stunden bevor er in seiner Villa tot aufgefunden wurde. Eigens für dieses Fahrzeug war Evernham mit einem Kamerateam in die Presley-Pilgerstätte Graceland gereist.

Dort bekam er zunächst bereitwillig den Stutz gezeigt, der in der dortigen Autosammlung zu bewundern ist. Doch dann meinten die Wächter der Elvis-Memorabilien, dass der Wagen, den Evernham in Wirklichkeit sehen wolle, in einer abseits auf dem Gelände stehenden Asservatenkammer zu finden sei. Dort ruhte, versteckt unter einer staubigen Plane, ein ziemlich hässlicher Chevrolet Panel Van aus dem Jahr 1948. „Am Radio hing noch ein Zettel, auf dem sich Elvis selbst verschiedene Seampnet_photo_20150222_094451nder handschriftlich notiert hatte“, begeisterte sich Evernham.

Elvis war ein großer Autofan

Dass Elvis Presley Zeit seines Lebens ein absoluter Autofan war, wissen nicht nur die eingefleischten Fans. Gefiel ihm ein Wagen, so kaufte er ihn auf der Stelle, bisweilen legte er sich auch mehrere an einem Tag zu, Lieferzeiten waren ihm ein Gräuel. Autofahren lernte der spätere Lastwagenfahrer von seiner Mutter angeblich noch bevor sie ihm im Alter von zwölf das Gitarre spielen beibrachte. Dafür revanchierte er sich, nachdem er zu Geld gekommen war, bei ihr mit einem pinkfarbenen Cadillac. Überhaupt hing an dieser Marke sein ganzes Herz. 1955 besang er sie sogar in seinem Lied „Baby, Let’s Play House“: „You may go to college, you may go to school, you may have a pink cadillac, but don’t be nobody’s fool.“ So war es für seine Hinterbliebenen selbstverständlich, dass er seine letzte Fahrt in einem weißen Cadillac-Leichenwagen antrat.

Während seiner Wehrdienstzeit Deutschland zog Elvis dienstlich mit einem Willys-Jeep ins Manöver, privat legte er sich einen weißen BMW 507 zu, der laut der Fachzeitschrift „auto motor und sport“ zur Zeit bei BMW in München restauriert wird. Wie viele Autos er im Laufe seines Lebens gekauft hat, weiß niemand. Einige davon stehen im Automuseum von Graceland. Aber eins ist überliefert: Sobald er sich über ein Auto ärgerte, konnte er sehr jähzornig werden. Einen De Tomaso Pantera von 1971 beispielsweise, der nicht so wie der King wollte, traktierte der Waffennarr mit seinem Revolver. Dieser Wagen war zeitweise im Peterson Automotive Museum in Los Angeles samt Einschusslöchern zu bewundern.

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Das Vehikel, das er zuletzt gefahren hat, benutzte Elvis Presley als eine Art Tarnkappe. Was bis zu seinem Tod niemand wusste: Wenn er sich inkognito unter das gemeine Volk mischen, ins Kino gehen oder selbst etwas einkaufen wollte, bewaffnete er sich mit Sonnenbrille, Baseballkappe und einer alten Jacke, kletterte in seinen Uralt-Van und verließ sein Anwesen auf einem Hintereingang. Dabei war seine Tarnung offenbar perfekt. Eines Tages, so wird in Graceland getuschelt, sei er mit einer Panne am Straßenrand stehen geblieben. Einige seiner Angestellten fuhren vorbei, doch keiner von ihnen hatte eine Ahnung, dass da ihr Boss gestrandet war.

von Hans-Robert Richarz

( Fotos: (1) Auto-Medienportal.Net/Elvis Presley Automobile Museum Memphis; (2) Auto-Medienportal.Net/Wikipedia; (3) Auto-Medienportal.Net/Wikipedia)

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