ADAC fordert höhere Entfernungspauschale

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Auf Grund der deutlich gestiegenen Autokosten in den vergangenen Jahren fordert ADAC Präsident Peter Meyer eine Erhöhung der Pendlerpauschale. Er sprach sich im Rahmen der Hauptversammlung des Automobilclubs in Mannheim für einen von 36 Cent für die ersten zehn Entfernungskilometer und 40 Cent ab dem elften Kilometer aus. Dies würde eine Rückkehr zu der bis 2003 geltenden Regelung bedeuten. Meyer hält dies für einen „angemessenen Ausgleich für die extrem hohen Kraftstoffpreise, die die Pendler seit Monaten belasten“. Zur außergewöhnlich hohen Steuerbelastung in Deutschland kämen auch noch die enorm gestiegenen Rohölpreise und die Preispolitik der Mineralölkonzerne, „die Benzin auf derzeit deutlich über 1,60 Euro getrieben haben“. Jetzt müsse der Staat reagieren und die den Bürgern entstandenen Arbeitswegkosten steuerlich fair berücksichtigen, meint der ADAC-Präsident. Nach der aktuellen Kostenberechnung des Statistischen Bundesamtes und des Automobilclubs stiegen die Autokosten im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten dagegen liegen lediglich um 2,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Pro Kilometer fielen bei einem VW Golf heute 43,4 Cent Kosten an, während aufgrund der geltenden Pauschale lediglich 15 Cent angerechnet würden, da sich der aktuelle Satz von 30 Cent auf die einfache Entfernung zur Arbeitsstätte bezieht. Rund zwei Drittel der Arbeitswegfahrten werden nach Angaben des Clubs mit dem Pkw durchgeführt. Zusätzlich würden die Autofahrer immer wieder auch durch Politiker verunsichert, die eine Pkw-Maut ins Gespräch bringen. In diesem Zusammenhang kritisiert Peter Meyer insbesondere jüngste Forderungen des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und einiger Unions-Politiker nach einer Pkw-Vignette: „Ich halte derartige Überlegungen für absolut überflüssig, nachdem der Staat über Steuern und Abgaben jährlich bereits 53 Milliarden Euro vom Autofahrer einnimmt. Beim Thema Straßenfinanzierung sind intelligente Konzepte gefragt und nicht zusätzliche Belastungen der Autofahrer.“ Die Hauptversammlung des Münchner Automobilclubs findet vor dem Hintergrund erfolgreicher Wirtschaftszahlen statt. So kann der Vizepräsident für Finanzen Arnulf Lode den knapp 200 Delegierten ein Mitgliederwachstum von knapp drei Prozent auf 17,3 Millionen Ende des Jahres 2010 verkünden. Die Beitragseinnahmen belaufen sich auf 644 Millionen Euro (plus 9,5 Mio. Euro), für Leistungen wurden 608 Millionen Euro ausgegeben, das sind 24,2 Millionen mehr als im Vorjahr. Hauptgrund dafür war der Anstieg der Pannenhilfen um 320 000 auf 4,25 Millionen, das ist der höchste Wert in der über 100-jährigen ADAC Geschichte. (ampnet/jri)


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